|
Der Ort Eicherscheid - im Volksmund auch liebevoll Eschern`d - liegt etwa in der Mitte zwischen Roetgen und Schleiden in der Eifel. Dort stehen hübsche alte Fachwerkhäuser und von fast überall her hat meinen einen herrlichen Blick über Felder und Wiesen.Früher - vor mehreren hundert Jahren - war Eicherscheid sehr abgeschnitten von der Außenwelt. Es gab kaum Wege dorthin und ein Ausflug in die nächste Stadt war für die Bewohner ein Tagesmarsch. Doch auch heute noch sind die Eicherscheidter sehr unter sich. Was sie keineswegs langweilig macht.Von den knapp 1300 Einwohnern stammen bestimmt tausend aus Eicherscheid selber. Es gibt nicht viele Zugezogene.Die Eicherscheider hegen und pflegen ihr Dorf wie einen erweiterten Vorgarten. Gustav Schröder beispielsweise kümmert sich hier und da um Grünschnitt, um Sitzbänke und die zahlreichen Wegekreuze rund um Eicherscheid. Etwa 20 Stück hat er schon abmontiert und restauriert. Zuhause in seinem Garten möbelt er die morschen Holzkreuze auf. Er sagt, das sei halt sein Hobby.Und Hobbies haben die Eicherscheidter viele. Denn obwohl sie zum Arbeiten alle in die nächstgrößere Stadt fahren, ist im Ort viel los, wenn sie nachmittags zurück kommen und die Kinder aus der Schule sind. Dann ist auf den sonst leeren Straßen von Eicherscheid plötzlich Leben. Und es werden sogar immer mal wieder Rennen gefahren - SeifenkistenrennenDa kraxeln Jugendliche in eine schmale windschnittige Schachtel, in der sie sich nicht mehr drehen und wenden können und rasen mit bis zu 50 Stundenkilometern den Abhang hinunter. Denn was hier gefahren wird, das sind nicht bloß ein paar amateurhaft zusammen gezimmerte Seifenkisten, das sind echte Ralley-Geschosse, zumindest die für die größeren Kids.Die sind aus Glasfaser und werden extra angefertigt. Und damit trainieren die Jugendlichen mitten im Dorf für die deutsche Meisterschaft. Ungefährlich ist das übrigens nicht. Den ein oder anderen Crash gibt es schon, wenn die Ralley-Fahrer zu Rennen antreten. Gas geben können sie zwar nicht, aber durch Gewichtsverlagerung und geschicktes Lenken lässt sich vielleicht noch was aus der Kiste rausholen.Immerhin wird für solche Aktionen im Dorf sogar die Straße gesperrt. Mit 10 Jahren ist man in diesem Sport übrigens schon in der Seniorenklasse und mit 18 zu altAber dann können die Jugendlichen ja wechseln. Der Verein SV Germania hat auch noch eine Lauftruppe. Und auch dort sind die Sportler ehrgeizig. Marion Braun hat vor kurzem die Distanz von 200 km zurück gelegt. Ihr Mann ist eine solche Strecke schon vorher gelaufen und hat ihren Ehrgeiz angestachelt.Bevor der Ort sowas wie ein reines Feierabend-Dorf wurde, in dem die Menschen leben und ihre Freizeit genießen, gab es hier mal Tuchindustrie und Webereien. Aber das ist mehrere hundert Jahre her.Trude Heiler hat das bei ihrer Ahnenforschung herausgefunden und festgestellt, dass die Eicherscheidter immer schon sehr unter sich geblieben sind. Und so sind die Eicherscheidter halt untereinander gesellig und stellen in ihrem Ort so einiges auf die Beine. WDR 2004 Aktuelle Stunde |
|||||
|
|
|||||
|
|
|||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||